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PERSONAL – Sei du selbst, aber bitte gefiltert!

PERSONAL – Sei du selbst, aber bitte gefiltert!

„Das ist ja mega lustig, aber lad das lieber nicht hoch.“ „Unglaublich hammer, aber ne, lass mal lieber.“ In unserer heutigen Gesellschaft wird uns eigentlich überall präsentiert und in irgendeiner Art und Weise vorgeschrieben, wir zu sein: „Sei individuell“, „Mach dein Ding“, „Glaub an dich“. Doch trotzdem werden Menschen, die anders sind, die ihr echtes „Ich“ zeigen, oft schief angeguckt und sie  sollen sich doch zügeln und der Gesellschaft anpassen. Doch in den sozialen Netzwerken sind genau die Personen, die anders sind, die diesen Vorgaben trotzen und ihr Ding durchziehen besonders populär und erfolgreich– denkt man!

 

Denn genau hier – auf den so vermeintlich authentischen sozialen Netzwerken – wird heutzutage das echte, individuelle „Ich“ gezügelt und gefiltert. Dass soziale Netzwerke, wie Instagram und Facebook nicht das echte Leben zeigen, ist schon lange kein Geheimnis mehr, doch auf Snapchat und in Instagram Stories sollen wir ja unser Leben im „Real Life“ zeigen und uns genauso präsentieren, wie wir sind.

 

Doch wie viel „Ich“ wollen die Menschen überhaupt sehen? Ich sehe immer häufiger, dass unter meinen Zuschauern auch renommierte Agenturen und Marken sind, mit denen ich zusammen arbeite. Schreckt die Marken und Agenturen vielleicht eine Einstellung meinerseits bezüglich einer zukünftigen Kooperation ab? Kann ich mich im Pyjama, mit Brille und total kaputt von der Partynacht zeigen oder wirkt das eher peinlich? Sollte ich über den Beziehungsstress mit meiner Freundin / meinem Freund berichten oder ist das schon zu viel?

 

Spricht man mit Menschen aus der Branche, dann sagen alle: „Finger weg und schön nur die gefilterte Version zeigen.“ Doch wo bleibt denn da die Authentizität? Wir biegen und formen uns für Instagram und Facebook doch schon schön genug? Wieso darf und sollte ich also nicht wenigstens auf einer Plattform frei Schnauze sprechen und mich so zeigen dürfen, wie ich mich gerade fühle?

 

Die Gefahr ist zu hoch, dass,  wie oben beschrieben, Marken und Kooperationspartner von der ungefilterten Version abgeschreckt werden. „Wieso sollte ich mit einem Blogger zusammenarbeiten, der in einem „Snapchat-Talk“ zuerst von seiner Beziehungskrise spricht und dann meine Produkte vorstellt?“ So denken wohl die meisten Labels.

 

Aber ist nicht genau das das „echte Leben“, was wir so vermeintlich auf den sozialen Netzwerken suchen? Wenn uns schon die Plattformen Instagram und Facebook dies nicht geben können, wieso also nicht wenigstens eine andere soziale Plattform? Wieso soll ich mich als Blogger eigentlich immer verbiegen und drauf aufpassen, das „Richtige“ zu sagen. Ich will niemanden verärgern – vor allem nicht die Marken, mit denen ich zusammenarbeite. Doch sollten nicht große Marken Wahrheit und Kritik vertragen können?

 

Die Gesellschaft, die uns sagt: „Sei individuell“; „Mach dein Ding“; „Glaub an dich“, sagt uns im nächsten Moment: „Aber bitte schön gefiltert, ja?“ Ich vermisse wirklich das wahre „Ich“. Nicht nur von Influencern, sondern auch von Promis, die sich wahrscheinlich auch verbiegen unter dem Druck der Plattenfirmen und Managern. Das Schlimmste, was passieren könnte, wenn wir uns ehrlich zeigen und sagen, was wir denken, wäre doch nur, dass Leute wegspringen und uns entfolgen.

 

Aber wäre das nicht gerade perfekt und die beste Vorstellung? Denn dann hätten wir alle ein echtes Publikum. Das Publikum, dass sich wirklich für einen selbst interessiert und einem aufgrund seiner Persönlichkeit und Ehrlichkeit folgt.

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pics by Dome Darko

1Comment
  • Tamina
    Posted at 08:38h, 15 November Antworten

    Finde ich total gut von dir. Sehe ich ganz genauso

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